Interview mit medico - Teilnehmer an der WSOBP

Die World Series of Beer Pong (WSOBP) wurden 2013 bereits zum achten Mal ausgetragen. Mit dabei war ein Spieler unserer österreichischen Kollegen von bpong.at. Clemens Förg aka „medico“ berichtet über seine Eindrücke von Vegas, dem positiven Druck und was die Europäer von den Amerikanern noch lernen können.

Beerpong.de: Bei was für einer Art Event hast Du das erste Mal Beer Pong gespielt, medico?

medico: Das war es 2009 in Las Vegas im ROCKHOUSE. Ich wollte damals mit meinen Kollegen nur auf ein kleines Nachmittagsbier vorbeischauen, als uns eine Kellnerin fragte, ob wir Beer Pong kennen und Lust hätten auf Kosten des Hauses eine Runde zu spielen. Danach habe ich mich nicht weiter damit beschäftigt, bis mich mein Freund und Nachbar Raphael H. aka „DerDon“ im April 2012 endgültig zu Beer Pong brachte.

Beerpong.de: In Österreich gibt es jährlich viele Beer Pong Turniere. An wievielen hast Du bisher teilgenommen?

medico: Durch die Motivation von DerDon habe ich seit April 2012 an etwa 15 Turnieren (Stand Januar 2013) teilgenommen. Die konstanten Leistungen mit DerDon, aber auch mit anderen Spielern der Beer Pong Szene, machen Lust auf mehr, wenngleich nicht nur das Siegen und eine gute Performance im Vordergrund stehen, sondern auch die Atmosphäre und der familiäre Flair innerhalb der Beer Pong Community.

Beerpong.de: Die Reise zu den WSOBP wurde von der Brauerei Zipfer gesponsert. Wie kam es, dass ausgerechnet ihr, die „Beer Pong Cracks“ nach Las Vegas fliegen durftet?

medico: Die Brauerei Zipfer organisiert eine komplette Turnierserie in ganz Österreich. Als Sieger des Finalturnieres der Zipfer Beer Pong Series 2012, stelle die Brauerei dem Sieger-Team eine Reise nach Las Vegas inklusive Teilnahme an der WSOBP VIII mit Übernachtung für 1 Woche im Hotel Flamingo zur Verfügung.
Ich selbst hatte mich eigentlich gar nicht für das Finalturnier qualifiziert. Da DerDon‘s Teampartner „muerte“ jedoch aus beruflichen Gründen nicht antreten konnte, bekam ich die Möglichkeit als sogenannter Joker seinen Platz einzunehmen. Dank DerDon’s Konstanz in der Vorrunde konnten wir uns, trotz meiner sichtlichen Nervosität, in die KO-Phase retten. Zur richtigen Zeit verschwand dann meine Ladehemmung und fortan ergänzten wir uns als Team perfekt. So nahmen wir auch die schwersten Hürden (Halbfinale 16 Schüsse auf 10 Becher mit dem knappen Final Score von 10-9) und konnten uns bis ins Finale vorkämpfen. Während des Finalspieles war die Stimmung im Lokal einfach nur der Wahnsinn. Motiviert bis in die Haarspitzen gewannen wir auch dieses.

Beerpong.de: Vor Euch waren schon andere österreichische Teams in Vegas. Das bisher beste Team hatte bei den WSOBP VI 6 aus 12 Spielen gewonnen. Wie empfandest Du das? War das eher Druck oder Motivation?

medico: Wenn es Druck war, dann war es positiver Druck. Den meisten Druck machten wir uns selbst. Mit dem Ziel das beste österreichische Team bei den WSOBP zu werden, gingen wir in das Turnier und beendeten es mit 5 Siegen und 7 Niederlagen. Auch wenn wir den aktuellen Rekord nicht geknackt haben ist es dennoch eine gute Bilanz, die es bei der nächsten WSOBP erst einmal zu überbieten gilt, um in den Finaltag einzuziehen.

Beerpong.de: Es war ja Eure erste Teilnahme an der WSOBP und somit war auch eine gewisse Unsicherheit vorhanden, wie das Ganze ablaufen wird. Wie habt Ihr Euch auf das grösste Beer Pong Turnier der Welt vorbereitet?

medico: Nach dem Gewinn der Zipfer Series hatten wir nur noch ca. einen Monat Zeit bis zum Abflug nach Las Vegas. In dieser kurzen Zeit wurde mindestens jeden zweiten Tag zwischen ein und drei Stunden trainiert. Dank den WSOBP-Bechern von DerDon konnten wir bereits mit dem richtigen Equipment trainieren, was uns sicherlich sehr zugute kam.

Beerpong.de: Was war Euer Ziel für das Turnier? Klar, Ihr wolltet so weit wie möglich kommen. Doch hattet Ihr Euch ein Mindestziel gesteckt, welches Ihr auf jeden Fall erreichen wolltet?

medico: Unser Ziel war es von Anfang an das beste österreichisches Team bei den WSOBP zu werden. Dies bedeutete, dass wir mehr als sechs Spiele zu gewinnen hatten und somit auch in den Finaltag einziehen würden.
Ich persönlich wollte sehen, wo ich vom Level her im Vergleich zu den Amerikanern stehe. Für dieses persönliche Ziel war die Auslosung der Turniergegner ideal, da gleich drei Gegner unter den finalen Top10 landeten und sieben weitere unter den Top60. Für das definierte Mannschaftsziel – in den Finaltag einzuziehen – war diese Auslosung natürlich nicht gerade vorteilhaft.

Beerpong.de: Schieben wir das Turnier mal kurz zur Seite. Wie war Dein erster Eindruck von der Stadt der Sünden?

medico: Wenngleich ich zuvor schon sechsmal in Las Vegas war, überwältigt einen diese Stadt immer wieder aufs Neue. Aufgrund ihrer Überdimensionalität zieht sie jede Person die Spass am Leben, Attraktionen, Shows, Parties, Essen und natürlich Spielen hat, sofort in ihren Bann. Nicht umsonst besuchen ca. die 45 Millionen Menschen „Sin City“ jährlich.

Beerpong.de: Das glauben wir gerne. Doch nun zurück zu den WSOBP: Wie war Dein Eindruck von der Organisation des Turnieres? Schliesslich ist es das grösste Beer Pong Turnier der Welt und es nehmen knapp 400 Teams teil.

medico: Einfach nur beeindruckend. Es bedarf einer enormen organisatorischen Leistung über 1200 Spiele mit mehr als 400 Teams in 3 Tagen über die Bühne zu bringen. Das Online-Feature über welches man mit dem Handy oder Laptop die aktuellen Ranglisten abrufen konnte, war genial. Jedes Team wusste von Anfang an wann es gegen wen spielen muss und auf welchem Tisch. Perfekt zum Vorbereiten auf die jeweiligen Spiele waren auch die über 30 Beer Pong Tables auf welchen man sich entweder einwerfen konnte oder auch Cashgames absolvieren konnte. Einzig die Pause von bis zu 90 Minuten zwischen den Spielen musste man überbrücken. Doch angesichts der Location stellte dies keinerlei Probleme dar.

Beerpong.de: Auf eurer Verbandsseite kann man nachlesen wie es euch Spiel für Spiel und Tag für Tag ergangen ist. Kannst Du uns Schlüsselmomente nennen, sowohl im positiven als auch negativen Sinne?

medico: Auf jeden Fall! Gleich am ersten Tag gab es für uns im vorletzen Spiel einen solchen Schlüsselmoment. Wir hatten das Spiel selbst in der Hand, konnten es jedoch aufgrund zahlreicher Kantentreffer einfach nicht beenden. Als wir uns am Ende des Tages die Auslosung für Tag 2 anschauten und feststellten dass 5 von den 6 kommenden Gegnern kein Spiel verloren hatten, wussten wir dass es hart wird. Denn wir beendeten Tag 1 mit einem Score von 3 Siegen und 3 Niederlagen. Trotz dieses „Losglücks“ starteten wir mit einem Sieg quasi perfekt in Tag 2. An diesem Tag würde ich auf alle Fälle das dritte Spiel als Schlüsselmoment bezeichnen: Wir mussten in etwa 15 Minuten auf unsere Gegner warten. Es sei hier angemerkt, dass laut Regelwerk der WSOBP ein Spiel nach 5 Minuten als Sieg gewertet wird, sofern das gegnerische Team nicht anwesend ist. Am Nachbartisch wurde genau nach dieser Regel gehandelt. Doch der Schiedsrichter, der zu uns kam, wusste von dieser Regel anscheinend nichts, so dass wir warten mussten. Nach zahlreichen Diskussionen mit dem Schiedsrichter kam dann schliesslich das gegnerische Team und wir mussten spielen. Unglücklicherweise verloren wir dann in der Overtime. Das hat uns natürlich sehr geärgert und brach uns sprichwörtlich das Genick.

Beerpong.de: In den Regeln der WSOBP wird stets betont, dass Fair Play einen sehr grossen Stellenwert hat. Habt Ihr davon etwas gespürt? Sind die Teams besonders fair miteinander umgegangen?

medico: Was das Spielverhalten der Teams bei den WSOBP anbelangt, wird Fair Play besonders gross geschrieben. Alle Versuche der Ablenkungen ob verbal oder körperlich waren innerhalb des Erlaubten. Doch die Art wie Teams versuchten in die Köpfe der Gegner zu kommen und damit zu verunsichern war brutal. Jedoch wussten die Spieler: „Solange wir nicht über die Tischkante während des gegnerischen Wurfversuches kommen, sind wir save.“ Natürlich gibt es wie in jeder anderen Sportart auch schwarze Schafe. Um grobe Unsportlichkeiten aber gleich zu unterbinden, waren bei diesen Spielen Schiedsrichter stets dabei und kontrollierten die Partie. Doch egal was während einem Spiel passierte, nach der Partie war alles vergessen und ein Handshake und das ein oder andere Getränk folgten.

Beerpong.de: Bei den WSOBP kann der Sieger USD 50‘000 gewinnen. Merkt man das während des Turnierverlaufs? Also ist die Atmosphäre eher angespannt als freundschaftlich?

medico: Jedes Team weiß natürlich um was es geht. Meiner Meinung nach steht jedoch immer noch der Spass an der Sache im Vordergrund. Jedes Spiel hat auch in der Vorrunde seinen besonderen Flair; klar will jedes Team gewinnen. Die Stimmung im Ball-Room des Casinos in welchem die WSOBP stattgefunden hat war von morgens 10.30 bis Abends 11.00 gigantisch. Knappe 12 Stunden 110% und pures Adrenalin. Eine geniale Erfahrung.

Beerpong.de: Was können wir uns hier in Europa noch von den Amerikanern abschauen und besser machen bezüglich dem Organisieren von (Beer Pong) Events?

medico: Wenn die Amerikaner eines perfekt können, dann ist es die Inzinierung eines Mega-Events. Alles passte bestens zusammen und ist aufeinander abgestimmt. Egal ob Organisation, Sound, Partyfeeling - es stimmte einfach alles. Egal wie man sich anzieht, verkleidet, ob jung ob alt, männlich oder weiblich – alle wissen es ist die World Series of Beer Pong, das grösste Turnier der Welt, und jeder hat Spass daran dabei zu sein.

Beerpong.de: Welche Rolle spielt Musik bei den Turnieren?

medico: Während des gesamten Turniers wurde eine perfekte Mischung aus HipHop, House, Dubstep und Rock von DJs oder DJanes gespielt. Die Zuschauer nutzten die Musik zum Shaken, Spieler zum Ablenken. Es war einfach eine riessige Party, die parallel zum Turniergeschehen stattfand und sich auf alle übertagen hat.

Beerpong.de: Würdest Du eine Reise nach Vegas und die Teilnahme an den WSOPB weiterempfehlen?

medico: Allein die Erfahrung bei der World Series einmal dabei gewesen zu sein macht süchtig. Die coole Stimmung, der geniale Sound, das Flair – einfach unglaublich. Nicht umsonst kommen jedes Jahr immer mehr Europäer nach Las Vegas zur WSOBP. Beer Pong boomt und die WSOBP ist das Highlight des Jahres für jeden Beer Pong Spieler. Auch wenn es um viel Geld geht, jeder einzelne Spieler dort ist Teil der grossen Beer Pong Familie. Ein geniales Gefühl. Pongalong!

Wir hoffen Du hattest viel Spaß beim Lesen des Interviews.

Dein Beerpong.de Team